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Archive for März, 2010

Selbstbewusstsein bei Kindern stärken

Ich stelle immer häufiger fest, dass in vielen Familien nicht mehr die Leistung im Vordergrund steht, sondern die Fehler. Gute Leistungen und Dinge, die das Kind richtig macht, werden selbstverständlich angenommen. Aber jeder (auch vermeintliche) Fehler, wird genauestens analysiert und geahndet. Der Fokus wird auf den Fehler gelegt, nicht auf die Leistung. Und genau dies ist Gift für das kindliche Selbstbewusstsein. Wie kann ein kleines, kindliches Selbstbewusstsein wachsen und stark werden, wenn es nur Kritik erfährt und getadelt wird? Es liegt daher in der Verantwortung der Eltern, Lehrer, Betreuer und der Familie, nicht die Schwächen zu kritisieren und in den Vordergrund zu rücken, sondern die Leistung. Wenn ein Kind beispielsweise gerade das Radfahren lernt und dabei immer wieder hinfällt, sollte man es bestärken und ermutigen, es trotzdem immer wieder zu versuchen. Man sollte es darin bestätigen, wie mutig und stark es ist und wie toll es ist, dass es so fleißig übt. Wenn es eine schlechte Note schreibt, sollte man ihm Trost geben und darin bestärken, dass es beim nächsten Mal sicher besser klappt. Ein Kind muss immer das Gefühl haben, geliebt zu werden. Bedingungslos und mit allen Stärken und Schwächen. Dann kann es ein gesundes und starkes Selbstbewusstein entwickeln in dem Wissen, akzeptiert, geschätzt und geliebt zu werden, mit allen Ecken und Kanten.

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Glück und Selbstbewusstsein als Schulfach?

Die Prioritäten der Menschen, insbesondere in den sogenannten „Wohlstandsländern“ verschieben sich mehr und mehr. Auch das Wertesystem ist ein anderes geworden. Skeptiker prognostizieren, dass die alten Werte immer mehr in Vergessenheit geraten und stattdessen alles immer oberflächlicher wird. Alles wird schnelllebiger. Das Motto lautet:“Höher, schneller, weiter.“
Dieser Problematik sehen sich schon Grundschulkinder gegenüber. Schon im Grundschulalter leiden Kinder unter Überforderung, Stress, Konzentrationsschwierigkeiten.

Die Aachener Zeitung berichtete am 03.März 2010 über Glück als Schulfach. Der Heidelberger Schulleiter Ernst Fritz-Schubert hat an seiner Berufsfachschule das Schulfach „Glück“ eingeführt. In dieser Unterrichtsstunde, so Fritz-Schubert, werden psychologische Übungen, Gespräche, Bewegung, Ernährung und gemeinsames Kochen praktiziert. Ziel dieses Schulfaches sei es, wieder Lebenskompetenz und Freude zu vermitteln. Sich auf die wahren Werte zu besinnen.

Diesen Ansatz halte ich für sehr wichtig und gut. In dieser schnelllebigen Zeit verliert man häufig das kleine Glück aus den Augen. Man ist so fokussiert auf von außen gesetzte Ziele wie Geld, Erfolg, Macht, Wohlstand usw., dass man die kleinen, aber trotzdem wichtigen Glücksmomente einfach ignoriert.

Häufig hat man es schlichtweg einfach verlernt. Man muss dieses in sich Hineinhorchen und Verweilen im Augenblick erst langsam wieder lernen.

Das Leben muss „Entschleunigt“ werden. Eine wichtige Hilfe auf diesem Weg ist das Prinzip der Achtsamkeit.
Was haben Glück und Achtsamkeit aber nun mit einem mangelnden Selbstbewusstsein zu tun bzw. wie können diese beiden Begriffe dabei helfen?
Wenn wir wieder mehr auf die kleinen Glücksmomente im Leben achten, können wir unserem Leben wieder mehr Lebensqualität geben.
Statt immer weiter zu hetzen und nach dem „großen“ Glück zu streben, reicht es auch oft auf, sich nach dem vielen „kleinen“ Glück zu bücken, dass vor unseren Füßen liegt.
Und das Prinzip der Achtsamkeit besagt, dass man im Hier und Jetzt lebt, und immer nur den Augenblick bewertet, ohne vergangene Erlebnisse und Erfahrungen mit einzuziehen. Wenn Sie beispielsweise in der Vergangenheit häufig von anderen Menschen kritisiert wurden und dies zu Ihrem schlechten Selbstbewusstsein mit beigetragen hat, dann haben Sie die Summe der Verletzungen addiert. Sie haben also die Vergangenheit mit in eine gegenwärtige Situation gezogen. Bei der Achtsamkeit geht es darum, jeden Moment so anzunehmen wie er ist, ohne hadern, ohne Bedauern. Gute Momente annehmen und auskosten. Schlechte Momente kann man annehmen, aber ohne ihnen zu große Bedeutung beizumessen und ohne sie zu bewerten. Gegen Dinge, die man nicht ändern kann, lohnt es nicht, zu kämpfen. Diesen Dingen sollte man möglichst wenig Beachtung schenken. Und man schenkt ihnen Beachtung, wenn man dagegen ankämpft. Dinge, die man ändern kann und ändern möchte, sollte man mutig und entschlossen angehen. Was sich hier so leicht und richtig anhört, ist in Wahrheit harte Arbeit und ist nicht so einfach von heute auf morgen anzuwenden und umzusetzen.
Glück zu erkennen ist oft gar nicht so leicht. Häufig weiß man viele Dinge erst zu schätzen, wenn man sie nicht mehr besitzt. Erst dann erkennt man- zu spät- welchen Schatz man vorher besessen hat.
Und um dieses Glück auch wahrlich erkennen zu lernen und wieder zu sich selbst zurückzufinden, sollte Glück als Schulfach unterrichtet werden.

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