Selbstbewusstsein bei Frauen
Mai 27th 2010GedankenlandAllgemein
Auch wenn sich die Rollenbilder langsam verschieben, so gibt es doch immer noch klassische Klischees, was das Verhalten von Männern und Frauen angeht. Frauen können berufstätig sein, Frauen können Karriere machen, Frauen können in die Führungsetagen. Aber dabei sollen sie sich trotzdem am Rollenbild ihres Geschlechts orientieren. Das heißt im Klartext soviel wie, dass Frauen zwar durchaus dasselbe leisten dürfen wie Männer, aber dabei trotzdem lieb und nett sein sollen.
Schon kleinen Mädchen wird beigebracht, nett und höflich zu sein. Kleine Jungs dürfen ruhig mal wild sein und auf den Putz hauen, sind ja Jungs… Aber kleine Mädchen lernen, immer schön artig und nett zu sein. Eine gesunde Portion Egoismus und Durchsetzungsvermögen ist bei Jungs durchaus erwünscht. Bei Mädels hingegen nicht. Von Mädchen wird erwartet, dass sie nett, bescheiden und sanftmütig sein sollen. Und auch wenn aus Mädchen Frauen werden, bleibt diese “Regel” bestehen. Daher haben Frauen es auch heutzutage sehr schwer, sich durchzusetzen und kämpfen oft mit einem geringen Selbstbewusstsein. Frauen dürfen natürlich erfolgreich sein, dabei sollen sie aber trotzdem lieb und nett bleiben. Außerdem trichtert man ihnen ein, wie wichtig es ist, was andere denken. Und so sitzen sie in einer Zwickmühle. Kämpfen Sie mit harten Bandagen, ähnlich wie die männlichen Kollegen, gelten sie als knallhart und abgebrüht. Eine Eigenschaft, die auch heute noch nicht ins Rollenbild einer Frau passt. “Frau” soll auch im täglichen Konkurrenzkampf immer nett lächeln, freundlich sein und natürlich von allen gemocht werden. Wie soll das gehen?
Natürlich heißt dass nicht, dass jede Frau gleich mit dem Holzhammer ihre Interessen und Ziele verfolgen soll. Aber dass wäre bei Männern auch ebenso unpassend. Aber gleichzeitig kann man auch nicht verlangen, dass Frauen zwar dasselbe leisten, aber dennoch immer charmant und höflich bleiben.
Es gibt immer Situationen im Leben, in denen man auf Widerstand stößt und sich durchsetzen muss. Und wenn die Motivation groß genug ist bzw. das Ziel bedeutend genug ist, wird man auch alles tun, um dieses Ziel zu erreichen. Hier sind Zielkonflikte vorprogrammiert. Wenn es beispielsweise eine freie Stelle als Abteilungsleiter im Unternehmen gibt, dann werden naturgemäß mehrere Mitarbeiter den Wunsch haben, diese Stelle zu bekommen. Das bedeutet nicht, dass nun jeder die Schrotflinte auspacken soll und gnadenlos gegen alle Konkurrenten vorgehen muss. Aber es ist doch nachvollziehbar, dass alle Interessenten sich bemühen und ihr bestes geben, um diese Stelle zu bekommen. Aber während bei Männern dieser Konkurrenzkampf normal ist, erwartet man von der Damenwelt, dass sie weiterhin geduldig ausharrt und sich eben nicht an solchen Kämpfen beteiligt. Warum? Weil es nicht dem Rollenbild der Frau entspricht! Sehen Sie sich einmal in Ihrem Arbeitsumfeld um. Ein erfolgreicher Mann ist ein toller Kerl. Erfolgreiche Männer gelten als zielstrebig und karriereorientiert. Wenn eine Frau es in einer typischen Männerdomaine weit gebracht hat, unterstellt man ihr sofort, dass sie Haare auf den Zähnen hat und skrupellos ist. Gleiche Situation aber zwei unterschiedliche Maßstäbe. Es ist nicht verwunderlich, dass Frauen oft irritiert sind und Probleme mit dem Selbstbewusstsein haben. Hin- und hergerissen zwischen gesellschaftlichen Rollenbildern und den eigenen Wünschen und Zielen fühlen sie sich oft überfordert.
Was kann “Frau” daran ändern? Sicherlich lassen sich die Werte und Normen nicht von heute auf morgen ändern. Aber an der inneren Einstellung lässt sich doch etwas tun. Frauen sollten sich darüber klar werden, dass sie kein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn sie ebenso karriereorientiert und ehrgeizig sind wie Männer. Frauen sollten sich auch klar darüber werden, dass es unmöglich ist, von jedem gemocht zu werden. Es wird immer jemanden geben, dem irgendetwas missfällt, was man macht. Daher ist es wichtig, sich selbst zu gefallen und seine Ansichten, Meinungen und Handlungen vor sich selbst vertreten zu können. Was zählt sind die eigenen Erwartungen, nicht die teils widersprüchlichen Wünsche und Erwartungen der anderen. Frauen sollten sich auch kein schlechtes Gewissen einreden lassen, wenn sie leidenschaftlich und zielstrebig ihre Ziele und Wünsche verfolgen.


