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11:43
2009.11.18


Gedankenland

Admin

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FAQs


 

Warum haben einige Menschen ein zu geringes Selbstbewusstsein?

Man wird nicht mit einem starken Selbstbewusstsein geboren, sondern man erwirbt es im Laufe des Lebens durch positive oder negative Verstärkung. Wenn Sie von Ihrer Umwelt meist positive Bestärkung erfahren haben, dann konnten Sie ein gesundes, starkes Selbstbewusstsein aufbauen. Wenn Sie häufig kritisiert wurden und eher negative Bestärkung erhielten, vielleicht sogar einem großen Leistungsdruck ausgesetzt waren, kann dies Ihr Selbstbewusstsein im Laufe der Jahre immer mehr unterhöhlt haben. So lange, bis Sie schließlich selbst davon überzeugt wurden, dass Sie nichts können, nicht gut aussehen, keine ausreichenden Leistungen erbringen und den Anforderungen nicht genügen. Und nicht nur dass: Sie haben nun selbst die Rolle Ihres persönlichen Kritikers übernommen und richten besonders streng und kritisch über alle Ihre Handlungen, Ihr Aussehen, Ihre Leistungen. Selbst wenn Sie nun in einem Umfeld leben, in dem Sie nicht mehr ständig kritisiert werden: Sie haben diese Rolle längst selbst übernommen. Sie brauchen keinen Dritten der Sie kritisiert. Das können Sie mittlerweile selbst sehr gut. Und so hat Ihr Selbstbewusstsein erstmal nicht den Hauch einer Chance, sich wieder zu erholen.

In jungen Jahren haben Sie vielleicht Kritik durch Ihre Eltern, Großeltern, Lehrer, Betreuer o. ä. erfahren. Auf jeden Fall von Personen, auf deren Meinung Sie etwas geben. Irgendwann haben Sie dieses Muster dann übernommen. Häufig meinen diese Menschen es nicht einmal schlecht mit einem. Sie wollten Sie vielleicht anspornen, immer Ihr bestes zu geben. Sie wollten, dass etwas aus Ihnen wird. Nur der Weg und die Art und Weise war einfach die falsche. Statt gute Leistungen zu belohnen wurden nur schlechte Leistungen oder vermeintliches Fehlverhalten beachtet und bewertet. Die Aufmerksamkeit lag immer nur auf allem negativen. Diesen Fehler begehen viele Menschen in der Erziehung. Meist völlig unwissentlich und ohne das Wissen, was sie damit anrichten können.

Auch Menschen, die in irgendeiner Form anders sind als andere Menschen, sei es durch Religion, Sprache, Hautfarbe, Aussehen, Herkunft usw. können ein schlechtes Selbstbewusstsein entwickeln. Es ist das natürliche Bedürfnis des Menschen, zu einer Gruppe dazu zu gehören und anerkannt zu werden. Wenn Sie beispielsweise in der Schule immer gehänselt wurden, weil Sie neu zugezogen waren oder Hasenzähne hatten oder Ihre Familie aus weniger guten sozialen Verhältnissen kommt, kann auch dies bleibende Spuren hinterlassen. Selbst wenn Sie erwachsen sind und rational wissen, dass Ihre Hasenzähne dank der Zahnspange nun perfekt gerade sind und wenn Sie nun auch wissen, dass der soziale Stand nichts über Ihren Wert als Mensch aussagt, häufig können solche Dinge doch tief prägen. Es kommt dann auch darauf an, wie Ihr engstes Umfeld damit umgegangen ist. Konnte man Ihnen die Sicherheit vermitteln, dass alle Hänseleien und aller Spott ungerechtfertigt sind. Wenn aber beispielsweise Ihre Eltern selbst Probleme mit dieser Ausgrenzung hatten und Sie nicht bestärken konnten, dann kann dies tiefe Narben hinterlassen und auf Ihr Selbstbewusstsein eingewirkt haben.  Aber grundsätzlich gilt, dass es oft einfacher ist, keine zeit- und energieaufwendige Ursachenforschung zu betreiben, sondern sich sofort an das eigentliche Problem gibt: Den Wiederaufbau des geschwächten Selbstbewusstseins.


Warum scheinen einige Menschen ein unerschütterliches Selbstbewusstsein zu haben?

Menschen, die in Ihrem Leben das Glück hatten, stets volle Unterstützung und Liebe Ihrer Familie zu erhalten, die dort restlos anerkannt und unterstützt wurden, haben meist ein starkes und gesundes Selbstvertrauen aufbauen können. Sie haben eine völlig andere Attributionstheorie entwickelt. Wenn Dinge schiefgehen, sehen sie dies als Schicksalsschläge an und versuchen es erneut. Wenn alles prima läuft, schreiben sie dies ihren Fähigkeiten und Stärken zu. Jeder Erfolg steigert somit das Selbstbewusstsein. Misserfolge haben keinen Einfluss. Bei Menschen mit schwachem Selbstbewusstsein ist es genau umgekehrt: Sie schreiben Rückschläge immer sich selbst zu. Aber Erfolge basieren auf Zufall und Glück. So haben Rückschläge einen negativen Einfluss auf das Selbstbewusstsein. Erfolge haben keinen Einfluss, da diese Menschen ihn ja äußeren Faktoren zuschreiben und niemals ihren Können.


Was kann man bei einem geringen Selbstbewusstsein tun?

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr? Nein, es gibt verschiedene Techniken und Vorgehensweisen, wie man sein Selbstbewusstsein wieder stärken und aufbauen kann. Welches Vorgehen am geeignetsten ist, hängt auch im Wesentlichen von der jeweiligen persönlichen Ausgangssituation ab. Daher ist es sinnvoll, Ihre persönliche Situation mit einem Therapeuten abklären zu lassen und sich dort auch die notwendige Betreuung und Unterstützung zu holen.


 

Was sollte man vermeiden, wenn man unter einem geringen Selbstbewusstsein leidet?

Zunächst sollte man versuchen, seine Situation und seine falschen Denkmuster zu erkennen und zu reflektieren. Wenn etwas einmal nicht so gut läuft, sollte man nicht einfach sich selbst die Schuld geben, sondern objektiv reflektieren, warum etwas falsch gelaufen ist.


 

Wo bin ich mit meinem Problem am besten aufgehoben?

Es kommt in erster Linie auf Ihr Problem an. Sinnvoll ist es auf jeden Fall, die Schwerpunkte der einzelnen Therapeuten zu beachten. Jemand, der beispielsweise als Schwerpunkt Depressionen therapiert hat, womöglich weniger Erfahrung im Bereich Leistungssteigerung im Sport.

Aber auch wichtig ist die Beziehung zwischen Therapeut und Patient. Sie sollten das Gefühl haben, gut aufgehoben zu sein. Natürlich kann es im Rahmen einer Therapie vorkommen, dass Sie bestimmte Ziele und Aufgaben gesetzt bekommen, die Ihnen nicht ganz behagen. Dennoch sollte die Beziehung zu Ihrem Therapeuten vertrauensvoll sein. Ebenso sollten Sie  sich nicht scheuen, Dinge offen anzusprechen und auch keine Angst haben, Dinge, die Ihnen nicht gefallen, offen auszusprechen. Wenn Sie auch nach mehreren Sitzungen das Gefühl haben, die Therapie bringe Ihnen nichts und der Therapeut nicht auf Sie und Ihre Wünsche eingeht, sollten Sie dies auch offen ansprechen. Manchmal stimmt die Chemie einfach nicht. Dann macht es keinen Sinn und ist für beide Seiten nur stressig und zeitraubend.


Wie teuer sind Behandlungen?

Das kommt darauf an, wie der Therapeut abrechnet. Wenn die Therapeuten mit  der Krankenkasse abrechnen, kommen in der Regel keine Kosten auf Sie zu. Viele Therapeuten rechnen aber mittlerweile nicht mehr über die Krankenkassen ab, sondern direkt mit den Patienten. Im Schnitt nehmen Therapeuten zwischen 70-110 Euro pro Sitzung. Wie lange eine Sitzung dauert ist auch abhängig vom Therapeuten. Meist dauert eine Sitzung zwischen 40-90 Minuten.

Wie lange dauert eine Therapie?

Dies hängt davon ab, mit welcher Ausgangssituation und mit welchem Problem Sie in die Therapie gehen. In der Regel dauern Kurzzeittherapien ein halbes Jahr und werden mit ca. 25 Sitzungen angesetzt. Langzeittherapien  können bis zu zwei Jahren dauern.


Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?


Es kommt auf viele verschiedene Faktoren an, sodass hier keine pauschale Aussage getroffen werden kann. Private Krankenkasse oder gesetzliche, welche Zulassung hat der Therapeut (Psychologe, Psychotherapeut, Heilpraktiker etc.), welche Erkrankung liegt vor? Hier ist es sinnvoll, vor Beginn einer Therapie mit der Krankenkasse abzuklären, ob und was gezahlt wird.


Woran erkennen Sie einen guten Therapeuten, eine gute Therapie?


Einen guten Therapeuten erkennen Sie daran, dass Sie sich gut aufgehoben fühlen. Eine Therapie ist nicht immer bequem und angenehm. Es kann auch sein, dass Sie Dinge aufarbeiten oder Übungen machen, die Ihnen nicht ganz behagen. Dennoch sollten Sie bei allem immer das Gefühl haben, gut aufgehoben zu sein und Ihrem Therapeuten zu vertrauen.

 

Wie gelange ich an Adressen und Telefonnummern von Therapeuten in meiner Nähe?


Namen, Adressen und Telefonnummern von Therapeuten finden Sie im Telefonbuch oder in den Gelben Seiten. Auch im Internet können Sie nach Anschriften von Therapeuten in Ihrer Nähe googeln. Im Zweifelsfall können Sie auch bei Ihrer Krankenkasse nachfragen und um Namen von Therapeuten bitten.

Ich bekomme keinen Termin


Es gibt Gegenden, in denen es einfach zu wenig Therapeuten gibt. Selbst in dringenden Fällen können Therapeuten oft keine Patienten mehr aufnehmen, weil einfach alle Termine belegt sind. Häufig denken Patienten, dass dies möglich wäre, wenn der Therapeut nur wollte. Beim Hausarzt oder Zahnarzt kann man ja in dringen Fällen auch kommen, allerdings verbunden mit Wartezeiten. Allerdings haben Hausärzte auch keine vorgegebenen Behandlungszeiten.

Stellen Sie sich einmal vor, Ihr Therapeut bietet Sitzungen von 45 Minuten Dauer an. Er fängt um 8 Uhr morgens an. Dann dauert der erste Termin bis 8:45 Uhr. Der nächste Patient kommt um 9 Uhr. Er hat dann 15 Minuten Zeit, den 8 Uhr Termin nachzubereiten bzw. sich auf den 9 Uhr Patienten vorzubereiten. Zu jeder vollen Stunde hat er einen Patienten. Angenommen unser Therapeut arbeitet jeden Tag von 8 Uhr bis 18 Uhr. Dann kann er jeden Tag mit 10 Patienten arbeiten. Das macht pro Woche 50 Patienten. Und dann ist die Kapazitätsgrenze erreicht. In der Regel erhalten Patienten einen festen, wöchentlichen Termin. Also Patient X bekommt für die Dauer der Therapie den Termin montags um 8 Uhr. Patient Y bekommt den Termin donnerstags um 17 Uhr. Und das für die Dauer der Therapie. Erst wenn ein Patient seine Therapie beendet, wird wieder ein Termin frei. Wenn die Behandlung des Patienten Y abgeschlossen ist, kann er Ihnen den Termin donnerstags um 17 Uhr anbieten. Daher bekommt man auch häufig mitgeteilt, dass erst in vier Monaten oder noch später ein Termin frei ist. Dies geschieht nicht, weil der Therapeut Ihr Problem nicht ernst nimmt, sondern einfach, weil er fest vorgegebene Termine hat, und bei einer bestimmten Anzahl von Patienten einfach seine zeitliche Kapazität erreicht ist. Selbst wenn unser Beispieltherapeut bis abends um 22 Uhr Termine vergeben würde und zusätzlich samstags, irgendwann ist einfach Schluss. Der Therapeut braucht auch Erholung und Schlaf.

Und wenn Sie sich dann vorstellen, vor Ihnen auf der Warteliste stehen noch 40 andere Menschen, dann können Sie sich ausmalen, wie lange es dauert, bis Sie an die Reihe kommen.


Es besteht aber die Möglichkeit, sich in diesem Fall direkt an die Krankenkasse zu wenden. Diese verfügt häufig über eine Liste, wo Therapeuten freie Plätze melden können. Vielleicht kommen Sie so schneller zu einem Termin. Häufig kann auch der Gang zu einer Selbsthilfegruppe oder die Telefonseelsorge helfen, wenn wirklich kein Therapeut zu kriegen ist, aber das Problem sehr akut ist.

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